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Aktuell 2011: Oktober bis Dezember

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Inklusive Leidenschaften

Dokumentation zur Tagung in Berlin erschienen.

Die Berliner Tagung "Inklusive Leidenschaft" im Herbst 2010 nahm Menschen mit Behinderung und verschiedener sexueller Identität in den Blick. Auch Aktive von queerhandicap waren mit dabei. Jetzt ist die Dokumentation zur Tagung in Form einer Broschüre erschienen.

"Schwul und halbseitig gelähmt" oder "Bin ich die einzige Lesbe mit Behinderung in Berlin?" so lauten die Überschriften in einer Broschüre, die jetzt von der "Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung" veröffentlicht wurde. Darin geht es um Lebenssituationen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen mit Behinderungen. Der Titel "Inklusive Leidenschaft" weist darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht darauf haben, nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Dazu gehört auch der Anspruch, Sexualität selbstbestimmt zu leben - sei es lesbisch, schwul, bi oder trans*.

Die Broschüre "Inklusive Leidenschaft" ist die Dokumentation der Fachtagung gleichen Namens vom September 2010 in Berlin. Urs Weyermann aus Basel trat damals sehr kurzfristig an die Stelle des erkrankten Corrie Peters aus Köln, um queerhandicap bei der Tagung zu vertreten. Er präsentierte die Initiative und den damals gerade erst gegründeten Verein als "sozialen Ort von LSBTI mit Behinderung". Der gemeinsame Beitrag sowie eine persönliche Nachlese von Urs Weyermann sind jetzt Teil der Dokumentation.

Auch der damals eigenständige Auftritt von Dennis Friedel Heiermann, seit April 2011 bei queerhandicap e.V. Beauftragter für Trans*-Menschen mit Behinderung, ist in der Broschüre dokumentiert.

Die 164 Seiten starke Broschüre ist nun erschienen in der Reihe "Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation". Sie kann kostenfrei bestellt werden per Post bei:

    Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
    Broschürenstelle
    Oranienstraße 106
    10969 Berlin

oder per E-Mail an:

    broschuerenstelle(at)senias.berlin.de

Im Internet befindet sich der Text unter folgenden Adressen:

https://www.berlin.de/imperia/md/content/lb_ads/gglw/ (...)

www.berlin.de/lb/ads/gglw/publikationen/index.html


 zu: Berichte: Inklusive Leidenschaft 2010

Quelle:
LADS Berlin, November 2011
Bildquelle:
LADS Berlin



Verblüfft: Förderschule homoneutral, Krankenkasse behindert

Forum queerhandicap wartet mit überraschenden Erkenntnissen auf.

Die Teilnehmenden des Forum queerhandicap vom 13.-16.10.11 in Düsseldorf waren verblüfft: Förderschulen sind besser als ihr Ruf. Dafür beweisen Bürokraten, wie gelebte Inklusion effektvoll eingedämmt werden kann.

Zum ersten Mal überhaupt lud der neue bundesweit tätige Verein queerhandicap e.V. zum Forum queerhandicap vom 13. - 16.10.2011 nach Düsseldorf. Unter dem Motto "Doppelt diskriminiert ist voll daneben" traten 22 Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen (=LSBT) mit Behinderung vier Tage lang in einen Dialog mit Fachkräften aus der Behindertenhilfe und Aktiven aus dem LSBT-Bereich.

Gleich zu Beginn verblüffte Wilhelm de Terra von der TU Dortmund mit einer außergewöhnlichen Studie: "Gerade Schülerinnen und Schüler der Förderschule 'Lernen' sind Bedingungen ausgesetzt, die negative Einstellungen zur Homosexualität besonders befördern. Dazu befragt, neigen sie jedoch nicht mehr und nicht weniger zu homonegativen Einstellungen wie von anderen Schulformen berichtet." Zuversicht sei angebracht, Visionen gefragt: "Wie kann eine Schule aussehen, wo Vielfalt der Menschen als Bereicherung erlebt wird?"

Zum Fiasko geriet der Versuch, einen schweren Defekt an einem Rollstuhl zeitnah in Düsseldorf zu beheben. Laut Krankenkasse der betroffenen Teilnehmerin sei das nur an ihrem Wohnort an der Mosel zulässig. Wie sie mit defektem Rollstuhl dorthin zurück gelange, sei nicht Sache der Krankenkasse, die prekäre Lage sei selbstverschuldet. Sie hätte ja zuhause bleiben können.

Marcella aus Landshut mit Wut im Bauch: "Wir sollen ein ganzes Leben lang nur in der Stadt zubringen, in der wir wohnen? Welche Stadt ist denn so, daß niemand mal weg will? Wo bleibt die Menschenwürde?"

Corrie Peters, Vorstand von queerhandicap e.V.: "Wir brauchen eine zügige und umfassende Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Sie fördert mehr Respekt auch für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen mit Behinderung. Sie muß aber vor allem verhindern, daß Bürokratie am Leben vorbei entscheidet."

Das Forum queerhandicap fand statt in der - weitgehend - barrierefreien Jugendherberge Düsseldorf. Vor Ort bewältigte ein achtköpfiges Orgateam von LSBT mit Behinderung alle Aufgaben in Eigenregie. Auf besondere Bedarfe wurde geachtet. Eine ausführliche Dokumentation ist in Arbeit.

Das großartige Engagement der Deutsche Aidshilfe in Berlin als Trägerin der Tagung ermöglichte auch den Einsatz von Gebärdendolmetschern. Eine nachhaltige Vernetzung mit der sehr aktiven schwullesbischen Gehörlosenszene konnte so nun fest vereinbart werden. Unterstützt wurden die Beteiligten aber auch von der Landesarbeitsgemeinschaft queerhandicap im Schwulen Netzwerk NRW e.V. Das Forum queerhandicap schloss mit dem großen Dank an die Trägerin und alle Kooperationspartner.

Weitere Infos hier bei uns unter:
 zu: Forum queerhandicap 2011

Quelle:
queerhandicap e.V., 09.06.2011
Bildquelle:
queerhandicap.de


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